Lippstadt, 19.11.2018, von Jan Ole Struthoff

"Keine Beschädigungen sichtbar, wir dringen weiter nach rechts vor" - Vermisstensuche bei fiktivem Erdbebeneinsatz

Am 19.11.2018 fuhr die Bergungsgruppe des OV Lippstadt zum Schloss Overhagen, einem mittlerweile relativ häufig genutzten Übungsort. Dort galt es, im Rahmen eines fiktiven Erdbebeneinsatzes mehrere vermisste Personen zu finden und zu retten.

Eine Puppe wird mit einem Schleifkorb über eine schiefe Ebene aus dem Keller transportiert.

In Overhagen (Vorort von Lippstadt) hat die Erde gebebt, als der Ortsverband Lippstadt durch die Einsatzleitstelle alarmiert wurde. Nach einem Zwischenhalt in einem Bereitstellungsraum an der Ortsdurchfahrt, wo sich eintreffende Einheiten sammeln, geht es weiter zum Schlossgelände. Dort angekommen, werden die Fahrzeuge positioniert. Währenddessen informiert sich Gruppenführer Martin Hochhaus bei der Einsatzleitung über die Schadenslage sowie den Einsatzauftrag. Zwei Helfer, die den Keller erkunden werden, ziehen eilig eine sogenannte persönliche Schutzausstattung gegen Absturz (PSAgA), die einem Klettergurt ähnlich sieht, an. Wenig später unterrichtet Hochhaus die Helfer über die Lage und das Vorgehen. Die Feuerwehr wurde von einer verletzten Person empfangen, die von zwei Freunden im Schlosskeller berichtete. Es ist die Aufgabe der Bergungsgruppe, die beiden vermissten Personen aus dem Keller zu retten. Über eine schiefe Ebene, gebaut aus zwei Steckleiterteilen, gelangt der Angriffstrupp über eine eingestürzte Treppe in den Keller. Stets dabei ist ein Digitalfunkgerät, um in regelmäßigen, kurzen Abständen dem Zugtrupp die aktuelle Position und Weiteres zu melden.

Der Angriffstrupp ist bereits in dem sechsten Raum, als aus einem weiter hinten liegenden Raum Rufe zu hören sind. Wenig später und zwei Räume weiter liegt eine Person in einer Ecke, klagt über starke Schmerzen in einem Bein. Während sie sich hierher flüchten konnte, so die Person, wurde ein Bekannter in einem anderen Teil des Kellers, am anderen Ende des Gebäudes, durch ein großen Gesteinsbrocken, einem Teil der Kellerdecke, erwischt. Sofort machen sich Zugführer Murat Seckin und ein weiterer Helfer mit einem Schleifkorb auf den Weg zu der verletzten Person und ein weiterer Trupp fängt an, nach dem Bekannten der verletzten Person zusuchen. Inzwischen werden mehrere, teilweise stärkere Nachbeben erwartet. Wenig später wird eine zweite Person ebenfalls in einer Ecke liegend und mit einem Bein unter einem eingestürzten Teil des Deckengemäuers, simuliert durch einen Betonklotz, gefunden. Aufgrund der erwarteten Nachbeben muss die zweite Person unverzüglich aus dem Gebäude gerettet werden, sodass das Gemäuer mit einer Brechstange angehoben und die Person im Rahmen einer Sofortrettung (Crashrettung) durch zwei Helfer zum Kellereingang getragen wird.
Eine Besserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht, als die einstige Übung in ein Planspiel mit dem Zugtrupp und Zugführer Seckin übergegangen ist. Im Rahmen des Planspiels konnten die Führungskräfte das Handling größerer Schadenslagen üben.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an das Gymnasium Schloss Overhagen, das seine Räumlichkeiten für Übungszwecke bereitstellte.


  • Eine Puppe wird mit einem Schleifkorb über eine schiefe Ebene aus dem Keller transportiert.

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.


OPENSTERETMAPPPP


Suche

Suchen Sie hier nach einer aktuellen Mitteilung: